3-Minuten-Kirche am 10. Januar 2021
 

In den letzten Tagen hat es immer mal ein wenig geschneit. Jetzt gerade ist aber alles schon wieder weggeschmolzen.
 
Ich finde Schnee interessant. Denn Schnee ist Wasser zum Anfassen. Und dann gibt es da ja auch noch Wasser in Gasform, nämlich als Dampf. Je nach Temperatur ist das Wassermolekül fest, flüssig oder geradezu unsichtbar.
 
Man kann im Wasser geradezu ein Symbol für die Trinität sehen: Gott ist wie das Wasser-Molekül und je nachdem, welchen Aspekt man an seinem Wesen betonen will, redet man vom Vater, Sohn oder Geist. Aber gemeint ist immer das Selbe: Gott - so wie ja auch immer das selbe Molekül das Wasser, den Schnee bzw. Dampf bildet.
 
Dass die Natur in vielerlei Hinsicht ein Sinnbild für Gott sein kann, haben Menschen schon immer empfunden. So finden sich auch in der Bibel Bilder und Begriffe für Gott, die aus der Natur stammen. So wird Gott beispielsweise als Sonne, Fels oder Quelle bezeichnet. Dass die Welt in mancherlei Hinsicht als Sinnbild für Gott begriffen werden kann, liegt für mich darin begründet, dass die Schöpfung ein Ausdruck der Liebe Gottes ist. Daher gibt es in meinen Augen auch keine Trennung zwischen Gott und seiner Schöpfung sondern Gott ist andauernd in allem gegenwärtig.
 
„Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren quillt er uns gleichsam entgegen" Diese Worte stammen vom Jesuiten-Pater Alfred Delp - starke Worte. Sie sind Ausdruck einer tief empfundenen Gottverbundenheit. Dabei befindet sich Delp in Gefangenschaft, als er sie aufschreibt. Er wurde ähnlich wie Dietrich Bonhoeffer vom Naziregime wegen Hoch- und Landesverrat angeklagt. Dennoch fühlt er sich auch noch in seiner Gefängniszelle mit Gott untrennbar verbunden. Der Glaube hat Alfred Delp mehr sehen lassen, als die Augen zu erkennen vermögen: Dass Gott ausnahmslos immer und überall gegenwärtig ist.
Oder um es mit den Worten des Lukas zu sagen: „In ihm (d.h. Gott) leben wir, bewegen wir uns und sind wir.“ (Apg. 17,28)
 
Ihr/ euer Pastor 
                          
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Monatsspruch März 2021

Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.
(Lk 19,40)
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