3-Minuten-Kirche am 18. Juli 2021

Erschreckende Bilder mitten aus Deutschland, Fluten, Zerstörungen, viele Menschen, die Ihr Leben verloren haben. Dazu die verstörenden Bilder der Feuersbrunst in Kanada, auch da viele Opfer an Leib und Leben, Hab und Gut. Demgegenüber die für unsere Breiten extrem trockenen Sommer in den letzten Jahren.
 
Das hat doch keiner ahnen können, dass die Klimaveränderung solche Folgen hat. Doch, wir hätten es sogar wissen können. Denn genau so, haben es uns große Teile der Wissenschaft vorausgesagt. Die Leugnung des Klimawandels ist genauso unvernünftig, wie die von Corona und seinen Folgen. Und doch, solange sie nicht selbst betroffen sind, verdrängen Menschen unangenehme und unbequeme Dinge gerne. Deshalb fand ich die Idee der leitenden Ärztin einer Hildesheimer Coronastation sehr gut, die in einem Interview sagte: Jede/n, der/die meint, Corona sei eine Erfindung, lade ich ein, mal einige Tage in der Pflege Coronakranker auf der Station mit zu arbeiten. - Da kommt es nahe, ist unabweislich und nicht mehr zu leugnen. Hagen, Echweiler, Ahrweiler, Wuppertal sind auch nicht weit ...
 
Und nun? Allzu lange haben wir wohl mehrheitlich die Wirklichkeit verdrängt, tun es zum Teil bis heute. Denn ernst nehmen, hätte unangenehme Folgen, die unbequem, einschränkend, teuer sind. Andere wiederum möchten das Wasser (sorry!) auf ihre Mühlen leiten und stellen aus durchaus angenehmer persönlicher Position aufgeregt Maximalforderungen. Das macht es auch nicht einfacher, umzudenken. Aber weder Verdrängen noch aufgeregtes Flügelschlagen bringen uns weiter, helfen uns.
 
Mir fällt dabei das Wort aus dem Hebräerbrief ein: Geduld habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
 
Das heißt für mich: Die Ungeduld, alles Leben jetzt gleich und hier haben zu müssen, wie sie sich in den scheinbar ungebremsten Forderungen nach Aufgabe der Coronaschutzmaßnahmen aber ebenso auch in einem ungebremsten Konsumverhalten zeigt, wird sich gegen uns kehren. Heißt dazu Geduld haben, im Vertrauen darauf, dass letztlich ein anderer im Regimente sitzt. Einer, der Leben in Fülle verheißt und will. Und dann darauf sehen, was heute - um Gottes Willen- für mich, meine Lieben, unsere Gesellschaft, unser Miteinander und unsere Schöpfung und damit unser Leben hilfreich und zu tun ist. Ganz egal, ob angenehm oder billig zu haben. Das würde weiterbringen. Das heißt jetzt erstmal alle mögliche Hilfe für die akut Betroffenen auf die Beine zu stellen, egal ob durch Corona oder Unwetterkatastrophe und unabhängig davon, ob die öffentliche Hand weiter gut bedachte Schulden macht und wir alle natürlich dafür zahlen müssen. Und dann ein zügiges aber zugleich geduldiges miteinander Ringen darum, wie es besser werden kann, was wir zusammen Hilfreiches tun können in Sachen Weltklima, Corona und den anderen akuten Herausforderungen.
 
Geduld können wir haben, weil wir nicht alles richten können und darum wissen, in wessen Hand wir in allen Gefährdungen sind und bleiben. Und dann gälte es zu fragen nach seinem Willen, der doch das Leben will, also dem, was dauerhaft dem Leben dient. Das wäre gut, würde uns helfen, der Gemeinschaft der Menschen, der Natur, und damit uns selbst und unseren Nächsten.   
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor 
                                         
 

Monatsspruch September 2021

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.
(Hag 1,6)
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