3-Minuten-Kirche am 01. September 2021
 
 
Die Bilder aus Afghanistan sind erschreckend. Das Projekt des Westens zur „Befriedung“, der Vermittlung westlich-freiheitlicher Werte und Demokratie ist trotz 20 Jahren Dauer offensichtlich gescheitert. Am Ende nur Bilder von Leid, Flucht, Chaos.
 
Das macht wenig Hoffnung für die anderen großen Projekte dieser Zeit, etwa die weltweite Bekämpfung von Corona oder - für die Zukunft des Ganzen vermutlich noch wichtiger, noch umfangreicher - der gemeinsame Einsatz zur Rettung des Weltklimas.
Können wir das Klima, die Natur, die Welt retten?
 
In Garten des Hauses standen zwei Bambussträucher. Durch den starken Frost im letzten Winter war der eine völlig runtergefroren. Auch der andere sah nicht wirklich gut aus. Ob der Erfrorene vielleicht doch noch einmal neu treibt? Wir haben ihn zurückgeschnitten. 14 Tage später waren da nicht nur die beiden Sträucher, die wieder sprießten, sondern dazwischen eine mehrere Meter lange Bambushecke. Dazu fragten die Nachbarn freundlich, was wir so mit dem Bambus vorhätten, weil, bei Ihnen sei er auch schon. Und auch in unserem Garten kamen überall die Triebe aus dem Boden. Also, was blieb? Wir mussten ihn zurückdrängen, was nur in einem mehrtägigen Einsatz mit Spitzhacke, scharfen Spaten, dicker Brechstange – die ist jetzt verbogen- so leidlich gelang. Überall waren seine Wurzeln – kräftig bis zum Umfang eines Handgelenks - im Garten unterwegs. Starke, dick mit Kies abgedeckte Dreifachplanen, durch die wir mit der Spitzhacke nicht durchkamen, hatten die Bambustriebe fröhlich durchbrochen. Ja, selbst zwischen den Planen hatte er seine Wurzeln fröhlich vorangetrieben. Beschwerlich für uns als Gärtner. Aber sagenhaft diese Lebenskraft!
 
Nein, ich denke, es geht nicht darum, dass wir die Natur zu retten. Die übersteht die menschengemachten Veränderungen und Belastungen bestimmt. Es geht darum, ob wir für die Bewahrung einer Natur und Umwelt wirken, die für uns lebenswert ist, in der der Mensch und mit ihm viele andere ihm vertraute Lebewesen dauerhaft überleben können.
 
Das finde ich zum einen entlastend gegenüber Selbstüberschätzung und Fanatismus in Umweltfragen. Nein wir müssen und können die Welt/Natur nicht retten. Wär´ auch schlimm, wenn es allein an uns hinge, da reicht ein Blick nach Afghanistan. Da übernehmen wir uns!
 
Gott sei Dank ist die Schöpfungsmacht, die hinter und in der Natur wirkt, allemal stärker als unsere Einflussmöglichkeiten, siehe beispielhaft unser Bambus – ich denke nicht, dass wir ihn dauerhaft besiegt haben... Die Natur/Schöpfung wird uns notfalls überleben. Aber wir alle können, jeder an seinem Platz im Kleinen wie im Großen unseren Teil dazu beitragen, dass Umwelt und Natur für uns, unsere Kinder und die jetzt mit uns lebenden Geschöpfe ein möglichst guter und lebenswerter Lebensraum bleiben. Da zählt jeder Beitrag, auch der kleinste, der in diese Richtung wirkt.
 
Mit solchem bewussten Beitrag zum Leben bleiben wir im Segen dessen, der mit seiner Lebensmacht und seiner Liebe hinter dem allen steht, mehr noch, in allem gegenwärtig ist. Denn, wie war das noch: (1.Mose 1,28, Übersetzung Gute Nachricht): „Und Gott segnete den Menschen und sprach zu ihm: ...alles, was auf Erden lebt, vertraue ich eurer Fürsorge an.“
 
Das konkret zu leben, das können wir doch alle ein gutes Stück weit hinbekommen – oder?
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor
                                         
 

Monatsspruch Oktober 2021

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.
(Hebr 10,24)
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