3-Minuten-Kirche am 25. Juli 2021
 
 
Die dramatischen Bilder aus den Hochwassergebieten haben sicherlich bei einigen die Sintflutgeschichte in Erinnerung gerufen. Ganz ähnliche Erzählungen über eine weltumspannende Flut finden sich auch in anderen Religionen und Kulturen. Solche Geschichten sind vielleicht als Ausdruck einer Urangst zu erklären: Dass unaufhaltsam eine Katastrophe über einen hereinbricht und man machtlos unheilvollen Kräften und Ereignissen ausgesetzt ist.
 
So sehe ich in der biblischen Sintfluterzählung auch eine mythologische Geschichte über das Leben. Bildgewaltig erzählt sie, dass von jetzt auf gleich das Leben ganz anders sein und einem der Boden unter den Füßen weggerissen werden kann. Dennoch ist es keine pessimistische Geschichte. Denn sie gipfelt nicht in der Katastrophe. Vielmehr nimmt es dann doch ein gutes Ende: Das Leben geht weiter. Als Zeichen für den Bund zwischen Gott und Mensch steht am Ende der Regenbogen.
 
Während die Flut für die Gefahren des Lebens steht, steht der Regenbogen für das, was uns hilft mit diesen Gefahren und den Schwierigkeiten des Lebens zurechtzukommen; den Beistand und die Hilfe Gottes. Einen Regenbogen kann man nur sehen, wenn man die Sonne im Rücken und den Regen vor sich hat. Gott im Rücken zu haben, kann uns immer wieder helfen, auch durch dunkle Zeiten zu gehen und einen Hoffnungsschimmer zu sehen. So können wir durch das Leben gehen: Mit den Problemen vor uns - und mit Gott, der immer hinter uns steht.
 
Die Sintflutgeschichte erzählt davon, dass es einen neuen Anfang nach der Katastrophe gibt - dass es weitergehen kann. Den Mut und die Kraft zu diesem Neuanfang kann und will Gott uns geben. Dieser Mut und diese Kraft sind all denen zu wünschen, die von den ganz realen Fluten der letzten Tage betroffen sind - aber auch uns, die wir vielleicht im kleinen Maßstab das Gefühl haben, vom Regen in die Traufe zu kommen.
 
Ihr/ euer Pastor
                            
 

Monatsspruch Oktober 2021

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.
(Hebr 10,24)
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