3-Minuten-Kirche am 01. Dezember 2021
 
 
Es gibt sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Jungen und Mädchen, Frauen, Männer und auch Paare. Mal mit Beautyprodukten oder Gewürzen, mit Tee oder Socken, Spielzeug oder ganz klassisch mit Schokolade. Die Rede ist vom Adventskalender.
 
War er früher vor allem dafür gedacht, den Kindern die Zeit des Wartens zu versüßen, fehlt er heute in nahezu keinem Haushalt – egal, ob dort Kinder leben oder nicht. Mancherorts geht der Trend wohl eher schon zum Zweit- oder Dritt-Adventskalender. 
 
Und ich gestehe: Auch ich habe Adventskalender (Mehrzahl) und ich möchte sie auch nicht missen!
Zum einen liebe ich Überraschungen. An 24 aufeinanderfolgenden Tagen eine kleine Überraschung hinter der Tür, im Päckchen oder einer Box zu entdecken, finde ich für sich genommen schon großartig!
 
Daneben mag ich den Effekt des visualisierten Countdowns. Jeden Tag sehe ich deutlich am Adventskalender, wie dicht das Weihnachtsfest schon vor der Tür steht. Das hilft mir, im Zeitplan zu bleiben und nicht zu trödeln.
 
Der dritte und wichtigste Grund meiner Freude am Adventskalender aber ist das Ritual, mich durch den Kalender anregen zu lassen, mich gedanklich mit der Bedeutung von Advents- und Weihnachtszeit auseinanderzusetzen.
 
Ich möchte diese Wochen eben nicht nur im Vorbereitungstrubel bei Glühwein und auf Geschenksuche verbringen. Ich möchte mich erinnern lassen, warum wir diese Zeit begehen, was das Kommen des Sohnes Gottes in meine Welt bedeutet. Ich möchte mich berühren lassen von dem Zauber dieser Zeit, der für mich nicht nur im Kerzenschein, sondern auch in (alten) Liedern und Texten aufleuchtet. Und in meinem Inneren, wenn sie mir aus dem Adventskalender entgegenkommen und mich in den Tag und die Zeit begleiten.
 
„Juble und freue dich, Tochter Zion! Denn ich komme und werde in deiner Mitte wohnen. – Ausspruch des Herrn“ 
 
Dieser alte Text steht beim Propheten Sacharja im zweiten Kapitel und als Monatsspruch über den kommenden Wochen. Ich hänge ihn mir zum Adventskalender, um mich jeden Tag daran erinnern zu lassen, was der Advent eigentlich ist: Zeit der Vorfreude. Zeit für Lieder und Überraschungen. Zeit für liebevolle Begegnungen. Zeit für mich - und Gott.
 
Einen besinnlichen Advent wünscht 
Ihre und eure Diakonin 
                                          
 

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